Einrichtungen in Zeiten von Corona: Der Neue Kupferhof

Wie erleben unsere Einrichtungs-Partner die Krise? Vor welchen Herausforderungen stehen sie? An was fehlt es? Und wie verändert sich ihr Angebot?
Sophie Schwartz steht im engen Kontakt mit Wohn- und Pflegeeinrichtungen für schwerstmehrfachbehinderte Menschen und dokumentiert hier ihre Gespräche und Einblicke für Euch. Letzte Woche hat sie Steffen Schumann und Andrea Jaap von Hände für Kinder gesprochen. Hände für Kinder betreibt den Neuen Kupferhof in Hamburg und ist ein langjähriger Partner von Philip Julius.

Wie betrifft Euch die aktuelle Situation?
Das Corona-Virus hat auch im Neuen Kupferhof das Leben komplett auf den Kopf gestellt. Durch einen akuten Fall im Team mussten wir das Haus im März von heute auf morgen komplett schließen. Nach „unserer“ Quarantäne kam dann die allgemeine Schließung aller Schulen und Kindergärten, so dass der Neue Kupferhof wochenlang ohne Gastfamilien war. 

Vielen Familien konnten wir in dieser Zeit leider nicht die Entlastung bieten, auf die sie sich eingestellt hatten. Wir standen ohne Arbeit da, konnten nicht helfen und wissen derzeit auch noch nicht wirklich, wie wir die finanziellen Ausfälle dieser Krise werden kompensieren können. Aber Anfang Mai durften die ersten Gastkinder wieder anreisen, das freut uns sehr!

Was sind Ihre größten Herausforderungen?
Derzeit müssen wir alles tun, um alle Hygiene- und Sicherheitsstandards einzuhalten und jedes Infektionsrisiko zu vermeiden, damit der „kleine“ Betrieb so weiterlaufen und Stück für Stück erweitert werden kann. In einer 1:1 Betreuung kümmern wir uns um unsere Gastkinder, die vorerst leider nur ohne Eltern und Geschwister anreisen dürfen. 

Auch unsere ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen sowie alle unsere Helfer und Unterstützer können derzeit nicht in den Neuen Kupferhof kommen. Wir versuchen, den Kontakt zu ihnen allen zu halten und freuen uns, wenn wir gemeinsam wieder durchstarten können. Mit 12 Gastkindern, deren Familien, unserem ehrenamtlichen Team und großartigen Helfern und Unterstützern, die nicht nur das tägliche Angebot im Haus sondern auch dessen Finanzierung sichern. Wann das wieder so sein wird, wissen wir leider noch nicht.

Wie hat sich Ihr Angebot während der Krise verändert?
Statt 12 Kindern dürfen wir derzeit maximal sechs Kinder betreuen, wir versuchen, mit diesen Kids einen möglichst bunten und interessanten Tagesablauf hinzubekommen, aber Hygienemaßnahmen haben Vorrang. 

Gibt es in Ihrer Einrichtung noch freie Kapazitäten?
In den Wochen der Schließung mussten wir vielen Familien absagen und bemühen uns derzeit, diese Aufenthalte jetzt nachzuholen. Daher gibt es vorerst keine freien Kapazitäten, zumal wir auch nicht wissen, wie sich die Situation weiter entwickeln wird. Für das Kalenderjahr 2021 können aber sehr gerne wieder Familien einen Aufnahmeantrag bei uns abgeben. 

Was würden Sie sich an konkreter Unterstützung wünschen?
Wir würden uns freuen, wenn wir schon sichere Zusagen hätten bezüglich der finanziellen Überbrückung des Neuen Kupferhofs während der Zeit der Schließung und auch während des eingeschränkten Betriebes. Derzeit ist zwar von einem Rettungsschirm für Einrichtungen wie unsere die Rede, aber wirklich feste Zusagen gibt es noch nicht. Umso mehr freuen wir uns, dass unsere Spender auch in dieser Phase sehr zuverlässig an unserer Seite stehen und dafür sorgen, dass der Neue Kupferhof diese schwierige Zeit übersteht. 

Interviewpartner:                 Steffen Schumann / Andrea Jaap            

Einrichtung/Träger:             Hände für Kinder e.V./ Der Neue Kupferhof      

Art der Einrichtung:             Kurzzeit-Zuhause für Kinder und Jugendliche mit Behinderung           

Einrichtungsplätze:             12                   

Freie Kapazitäten:  Aktuell keine / aber Anträge für 2021 werden ab 01. Juli gerne angenommen      

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