Archiv der Kategorie: Anders und doch normal

Vereinsgründung: T-Raeume leben in Delmenhorst

Eine willkommen und offene Welt. Eine Welt, in der jeder Mensch, die Möglichkeiten erhält, die er oder sie braucht, um ein selbstbestimmtes, freies und sozial intaktes Leben führen zu können. Von so einer Welt träumten die Gründer des Vereins T-Raeume leben aus Delmenhorst. Immer wieder erlebten sie. wie gesunde Kinder an Sportaktivitäten teilnehmen oder in den Sommerferien, Ferienangebote in Anspruch nehmen. Und gleichzeitig stimmte es sie traurig, dass ihre besonderen Kinder diese Möglichkeiten nicht haben.

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Vielleicht in einem anderen Leben…

von Marcella Becker

Habt ihr Lust mit ins Eiskaffee zu kommen? Ja, sehr gerne. Das wünsche ich mir. Nein, leider können wir nicht. Das sage ich. Vielleicht in einem anderen Leben. Das denke ich.

Wenn uns Freunde/Bekannte mit gesunden Kindern fragen, ob wir sie begleiten möchten, ins Kino, zu Veranstaltungen, zum Fasching, zum Campingausflug, ins Kaffee oder einfach mal zu Ikea, dann ist meine Antwort meistens Nein. In meinem Kopf sammeln sich die Gedanken und festigen sich immer wieder zu einer Aussage: Vielleicht in einem anderen Leben. (Ich stelle mir vor, wie die Reaktionen wären, wenn diese Aussage nicht nur in meinem Kopf bleiben würde, sondern laut und ganz überzeugend ausgesprochen wird: Nein, danke der Nachfrage aber heute können wir leider nicht. Vielleicht in einem anderen Leben? Wie bitte? Äh, okay…) Ich muss an dieser Stelle betonen, dass Evan und ich wirklich tolle Freude haben. Die einiges für uns in Kauf nehmen, damit wir dabei sein können. Einsame Waldspaziergänge, die entlegenste Spielplätze, die kuriosesten Schwimmuhrzeiten, geopferte Bratpfannen und Fliegenklatschen, stundenlange Staubsaugergeräusche – das sind noch die harmlosesten Opfer. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle.

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Anders und doch normal: Stuhlkreis

von Marcella Becker

Liebe Philip Julius Leser,

Manchmal bleiben Sitzplätze in unserem Leben leer. Egal wie gern wir sie besetzen möchten. Vielleicht aus einem guten Grund, vielleicht aber auch einfach nur so. Diese Sitzplätze sind oft Stellvertreter in unserem Leben, zumindest in meinem Leben. In meinem Fall sind es die Erwartungen. Überall lauern sie. Mal ganz offensichtlich, mal versteckt. Gerade zu der Weihnachtszeit kann ich diese gut spüren. Ehrlich gesagt springen sie mich regelrecht an und kleben an mir. Egal wie sehr ich mich schüttel, sie kleben und kleben. So marschiere ich dann in die Weihnachtszeit – voll mit Erwartungen. Das kann ja nur schiefgehen. Und was soll ich sagen? So ist es auch. Ich habe so viele Erwartungen an mich und an das Fest, dass ich im Vorfeld schon sicher bin, dass diese nicht im Geringsten erfüllt werden können. In die Kirche gehen (das mache ich nicht nur an Weihnachten gerne), in Ruhe und mit einer Gelassenheit das Fest genießen, Freunde und Familien besuchen. All das sind Dinge, die ich nicht nur an Weihnachten aber ganz besonders am 24., 25, und 26. Dezember machen würde. Viele dieser Erwartungen gehen nicht in Erfüllung – das liegt zum einen an Evans Besonderheiten und zum anderen an der Tatsache, dass das Leben nicht immer so mitspielt, wie ich es gerne hätte. Weiterlesen

Anders und doch normal (13)

Liebe Philip Julius Leser,

Mit den Kindern gemeinsam eine Fahrradtour machen. Gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt gehen, den Kindern zuwinken, während sie auf dem Karussell fahren. Zwei Glühwein und zwei Kinderpunsch kaufen und zusammen trinken. Den Kindern bei den Hausaufgaben helfen. Sie glücklich und erschöpft vom Sportverein abholen und ihnen gespannt zuhören, welche Abenteuer sie erlebt haben. Gemeinsam in den Urlaub fahren. Familie sein und leben.

Diese und andere Dingen sind für viele Eltern und Familien eine Selbstverständlichkeit. Sie sind so selbstverständlich, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt. Für uns sind sie es leider nicht. Wie gestaltet sich das Familienleben mit einem behinderten und einem gesunden Kind? Mit einem Kind, welches zu 100% Aufmerksamkeit benötigt? Wie schafft man es gleichzeitig, die unterschiedlichen Familienbedürfnisse zu erfüllen? Mit diesen Fragen setzte ich mich im Moment sehr ausgiebig auseinander. 

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Anders und doch normal (12)

Liebe Philip Julius Leser,

jetzt ist es schon eine Weile her, dass ich mich zu Wort gemeldet habe und viel ist in der Zwischenzeit passiert. Sehr viel. Das einschneidendste jedoch: Aus 3 wurden 4. Mein kleiner großer Michel (Evan) ist großer Bruder geworden. Hip Hip Hurra!
Und ich? Ich bin jetzt eine zweifache Mama.
An manchen Tagen muss ich immer wieder in den Kinderwagen schauen, um mich dieser Tatsache zu vergewissern. Ehrlich gesagt, hätte ich nicht mehr damit gerechnet. Aber wie sagt man so schön:
Leben ist das, was passiert, wenn wir fleißig dabei sind, andere Pläne zu machen.

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Anders und doch normal (10)

Liebe Philip Julius Leser,

jetzt ist schon einige Zeit seit meines letzten Artikels vergangen und Evan und ich haben manches zu berichten. Wir sind mittlerweile umgezogen und dürfen Kühe und Schafe als unsere neuen Nachbarn nennen. Endlich angekommen in unserer Villa Kunterbunt. Wir sagen der Besorgnis und Angst zu laut zu sein: “Tschüss“. Freiheit – wir sind da! Und noch etwas Essenzielles ist neu in unserem Leben: Aus 2 wurden 3. Wir haben einen neuen Mitbewohner. Aber darüber berichte ich später noch etwas ausführlicher. Weiterlesen

Anders und doch normal (9)

Liebe Philip Julius Leser,

es weihnachtet sehr. Eigentlich schon fast überall. Zumindest in Supermärkten, Kaufhäusern, auf den Weihnachtsmärkten und ganz besonders in meiner Nachbarschaft. Oft fahren Evan und ich einen großen Umweg zu uns nach Hause, damit wir in aller Ruhe die vielen Lichter und die Dekorationen an den Häusern bewundern können. Ein Haus hat es uns beiden ganz besonders angetan. Unser ganz persönliches Lieblingshaus. Unser Weihnachtshighlight. Ein Haus, an dessen Hauswand dank Lichtprojektionen Schneemänner und Weihnachtsmänner lustig spazieren gehen. Evan ist jedes Mals aufs Neue begeistert und lautiert glücklich vor sich hin: „DA, DA“. Weiterlesen

Anders und doch normal (8)

Liebe Philip-Julius Leser,

“­Gib jedem Tag die Chance der Schönste deines Lebens zu werden“,

kommt Ihnen dieser Spruch bekannt vor?

In fast jedem Supermarkt oder Möbelhaus läuft einem mittlerweile dieser Satz über den Weg. Auf Tassen, Frühstücksbrettchen oder auf einem Klodeckeln. Ja, richtig. Auf einem Klodeckel! Dort habe ich ihn letzte Woche zufällig entdeckt. Ich konnte diesem Spruch noch nie wirklich viel abgewinnen. Ein wenig zu rosig. Ein wenig zu positiv für meinen Geschmack.   Weiterlesen