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Zum Todestag von Philip Julius

Es ist heute sechs Jahre her, dass unser Sohn Philip Julius im Alter von 17 Jahren verstarb. Er fehlt uns, aber er ist in unserem Herzen sehr lebendig. Das Buch „Brief an meinen Sohn“ von Manuel Bauer veranschaulicht eindrucksvoll: Kinder wie Yorick oder Philip Julius lösen im Leben der Menschen, die sie lieben und begleiten, vieles aus, was sich manchmal nur schwer begreifen lässt. Wir sind dankbar, dass Philip uns mit auf seine schwere, aber erfüllte Reise durchs Leben genommen hat. Hier unser Abschiedsbrief, gelesen von Philips Patenonkel und unserem Vereinsschirmherrn Jens Hajek.
Katrin und Jörg Eigendorf

 

Spenden

Unterstützen Sie die Vereinsarbeit des Philip Julius e.V. und spenden Sie Ihren Wunschbetrag für Familien mit mehrfach schwerstbehinderten Kindern.

Wählen Sie hier die Spendenart, die zu Ihnen passt:

Einmal spenden
Jede Einzelspende ist wichtig und ermöglicht es uns, Projekte, die uns am Herzen liegen, zielgerichtet voranzutreiben.

Ihre Spenden setzen wir transparent ein. Sie können sowohl den Philip Julius e.V. und seine Arbeit für die Familien mit schwerstbehinderten Kindern grundsätzlich unterstützen oder für einzelne Angebote, Projekte und Aktionen zielgerichtet spenden. Die Angebote und Projekte finden Sie hier auf unserer Homepage, oder sprechen Sie uns an: Wir unterstützen Sie gerne in der Auswahl eines Projektes, das Ihren Vorstellungen entspricht.


Regelmäßig spenden
Treue Dauerspender wissen, wie wichtig Kontinuität ist, um wirksame Projekte auf starke Fundamente zu bauen.

Besonders in sozialen Projekten sind Planungssicherheit und Beständigkeit von grundlegender Bedeutung, um nachhaltig zu wirken und eine spürbare Veränderung zu erreichen.

Wichtig: Alle treuen Dauerspender und Unterstützer erhalten unseren quartalsweise erscheinenden Newsletter, in dem wir über unseren Arbeit und den Fortschritt der Projekte informieren.


Eine Spende wünschen
Sie haben etwas zu feiern: einen Geburtstag, Ihre Hochzeit, die Taufe eines Kindes, ein Jubiläum, ein Familien- oder Vereinsfest. Anlässe, sich zu freuen gibt es genug. Und ist es nicht schön, dabei auch an die zu denken, deren Start ins Leben nicht optimal verlaufen ist?

Wenn Sie auf Geschenke verzichten wollen und stattdessen Spenden sammeln, helfen Sie damit Familien mit schwerstbehinderten Kindern und unterstützen die Arbeit des Philip Julius e.V.

So einfach funktioniert der Spendenwunsch:

Option A: Ihre Gäste spenden einzeln
Bereits in der Einladung können Sie Ihre Gäste über Ihre Spendenaktion informieren. Teilen Sie ihnen dabei die Bankverbindung des Philip Julius e.V. mit und nennen Sie das mit uns vereinbarte Kennwort als Verwendungszweck, z. B. den Anlass oder Ihren Namen. So können wir die Spenden Ihrer Aktion eindeutig zuordnen.

Ihre Gäste überweisen ihre Spenden direkt auf unser Spendenkonto. Nach Ihrer Feier senden wir Ihnen ein Dankschreiben und eine Aufstellung der Spendeneingänge zu. Gern können Sie auch eine Zwischenaufstellung bei uns anfordern.

Bei einer Spende bis zu 200€ dient der Überweisungsträger bzw. der Kontoauszug gegenüber dem Finanzamt als Nachweis. Bei einer höheren Spende stellen wir ihren Gästen gern eine Zuwendungsbestätigung aus und senden Ihnen diese verbunden mit einem Dankesbrief zu. Dafür benötigen wir nur die vollständige Adresse des Spenders.

Option B: Sie und Ihre Gäste spenden gemeinsam einen Gesamtbetrag
Gern können Sie Ihre Gäste auch direkt auf Ihrer Feier um Spenden bitten. Den Gesamtbetrag überweisen Sie dann einfach unter Angabe eines eindeutigen oder vereinbarten Kennworts (Bezeichnung des Anlasses und Ihr Name) auf unser Spendenkonto.

Nach Eingang der Sammelspende erhalten Sie in jedem Fall ein Dankschreiben. Falls Ihre Gäste Spendenbescheinigungen erhalten sollen, lassen Sie uns bitte eine Namensliste Ihrer Gäste mit Angabe von Adresse und Spendenbetrag zukommen.


Spendenaktion organisieren
Der Flohmarkt im Kindergarten hat Gewinne eingebracht, in der Schule wird eine Tombola veranstaltet oder in Ihrem Unternehmen ein Spendenlauf? Diese Einnahmen möchten Sie gern einem guten Zweck spenden? Darüber freuen wir uns sehr!

Gerne berichten wir über Ihre Aktion auch in unseren Sozialen Medien oder in unserem Newsletter. Für Ihre individuelle Aktion können Sie gern bei Bedarf Informationsmaterial anfordern. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf!


In Gedenken spenden
Der Tod eines geliebten Menschen ist für die Hinterbliebenen ein schmerzlicher Verlust.

Eine schöne Geste, mit der oft auch ein letzter Wunsch des Verstorbenen erfüllt wird, ist der Verzicht auf Kränze und Blumen zugunsten einer Gedenkspende.

Besonders schwer ist der Abschied vom einen Kind, das der Tod viel zu früh aus dem Leben geholt hat. Es mag Ihnen Trost spenden, in der Zeit der Trauer etwas für diejenigen zu tun, die wissen, wie das Leben mit einem schwer behinderten Kind ist, weil sie selbst betroffen sind. Mit Ihrer Gedenkspende unterstützen wir betroffene Familien und machen so ihr schweres Los ein wenig leichter.

Bitte weisen Sie in der Traueranzeige auf Ihren Spendenaufruf zugunsten des Philip Julius e.V. hin und vermerken Sie unser Spendenkonto.


Nachlass spenden
Früher oder später sollte sich jeder von uns Gedanken über seinen letzten Willen oder sein Testament machen: Was bleibt, wenn ich gehe? Wem möchte ich was hinterlassen? Mit einem Testament schaffen Sie Klarheit.

Wir freuen uns, wenn Sie den Philip Julius e.V. in Ihrem Testament bedenken – sei es, weil Sie selbst keine eigenen Nachkommen haben, weil Ihre Kinder auf Grund seiner Behinderung früh verstorben ist oder weil Sie gern mit Ihrem Nachlass Familien helfen möchten, deren Kinder nicht den optimalen Start ins Leben hatten.

Sollten Sie über die Möglichkeit nachdenken, mit Ihrem Nachlass Familien mit schwerstbehinderten Kindern zu unterstützen, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Wir beraten Sie gern.


Über Betterplace spenden
Betterplace.org ist Deutschlands größte Spendenplattform und auch wir sind auf ihr vertreten. Einen Teil unsrer Projekte finanzieren wir über private Spenden. Betterplace.org unterstützt uns dabei, mit ihnen in Kontakt zu kommen.

Auf unserem betterplace.org-Profil stellen wir Projekte vor, für die wir noch Spender suchen.


Beim Online-Einkauf spenden
Über Amazon Smile – Einkaufen und Gutes tun
  • Amazon gibt der von Ihnen ausgewählten Organisation 0,5% der Einkaufssumme Ihrer qualifizierten smile.amazon.de-Käufe weiter.
  • smile.amazon.de ist dasselbe Amazon, das Sie kennen. Dieselben Produkte, dieselben Preise, derselbe Service.
  • Unterstützen Sie Ihre Organisation und beginnen Sie Ihren Einkauf auf smile.amazon.de

 

Über Boost

Unterstützen Sie uns beim Onlineshopping finanziell – ohne einen Cent mehr zu zahlen. Auf boost-project.com finden Sie über 500 Shops aus vielen Kategorien (Technik, Essen, Blumen, Reisen etc.). Die Shops zahlen boost für jeden vermittelten Einkauf eine Provision. 90% dieser Einnahmen spendet boost an gemeinnützige Organisationen. Der Philip Julius e.V. ist eine davon!

So unterstützen Sie den Philip Julius e.V.

Wenn Sie vor jedem Einkauf über diesen Link (https://www.boost-project.com/de/shops?charity_id=4748&tag=bl) zu einem Online-Shop gehen und anschließend wie gewohnt einkaufen, wird automatisch eine Spende in Höhe von durchschnittlich 5% des Einkaufswertes gutgeschrieben. Am besten, Sie speichern sich den Link in Ihren Favoriten!

Oder über das Boost-Bar-Tool
Die boost-Bar erinnert beim Besuch eines boost-Partnershops automatisch an die Möglichkeit, durch Ihren Einkauf ohne Extrakosten eine Spende zu erzeugen. So geht’s in drei einfachen Schritten:

1. Fügen Sie Ihrem Browser die boost-Bar hinzu.
2. Gehen Sie nach der Installation auf unser Charity-Profil bei Boost
3. und klicken Sie auf „Jetzt voreinstellen“, um den Philip Julius e.V. als Spendenempfänger einzustellen. Fertig!

Wenn Sie diese Schritte vollzogen haben, macht Sie die boost-Bar immer automatisch darauf aufmerksam, wenn Sie einen boost-Partnershop besuchen. Gleichzeitig ist der Philip Julius e.V. als Spendenempfänger voreingestellt. Praktisch, oder?


Geldauflage bei Gericht
Bitte unterstützen Sie als Richter oder Staatsanwalt unsere Arbeit mit Ihrer Zuweisung.

Wir sind beim Oberlandesgericht Frankfurt am Main als Empfänger von Geldauflagen gelistet (Listennummer 13496). Die hierfür notwendigen Voraussetzungen wie den Nachweis der Gemeinnützigkeit und die Rechenschaftslegung gegenüber den zuständigen Ämtern erfüllen wir selbstverständlich und melden eingehende und ausbleibende Zahlungen umgehend dem zuständigen Gericht und/oder der Staatsanwaltschaft.

Informationen für Zahlungspflichtige
Sie sollen als Auflage eines Gerichts oder einer Staatsanwaltschaft einen Geldbetrag an den Philip Julius e.V. zahlen?

Bitte geben Sie als Verwendungszweck immer das Kennwort „Geldauflage“, Ihren vollständigen Namen sowie das Aktenzeichen an. Nur so sind wir in der Lage, den Zahlungseingang Ihrer Auflage zuzuordnen und die zuständige Behörde entsprechend zu informieren. Eine Spendenbescheinigungen dürfen wir Ihnen leider nicht ausstellen, denn Geldauflagen gelten nach deutschem Spendengesetzt nicht als freiwillige, abzugsfähige Spende.

Bei Fragen zur Zahlungsfrist oder zu einer eventuellen Ratenzahlung wenden Sie sich bitte direkt an die zuständige Behörde. Wir sind nicht berechtigt, eigene Absprachen mit Ihnen zu treffen. Falls Sie Ratenzahlung vereinbart und dafür einen Dauerauftrag eingerichtet haben, denken Sie bitte daran, ihn rechtzeitig zu kündigen.


Unternehmerische Verantwortung (CSR)
Dass Unternehmen sich auch sozial engagieren und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, ist heute schon fast selbstverständlich. Doch um sich dieser Verantwortung stellen zu können und sicher zu sein, dass das Engagement wirkungsvoll „ankommt“ und zu nachhaltingen Verbesserungen beiträgt, brauchen Unternehmen auf Seiten gemeinnütziger Organisationen professionelle Partner. Diese verstehen die unternehmerischen Vorgaben und Anforderungen und setzen gemeinsam mit den Firmen nachhaltige Projekte um, von denen beide Seiten langfristig profitieren.

Mit dem Philip Julius e.V. steht Ihnen ein solcher Partner zur Seite. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt darauf, Familien mit schwerstbehinderten Kindern Unterstützung zu bieten. Sollte dieser Schwerpunkt sich mit Ihren CSR-Maßgaben überschneiden, würden wir uns über Ihre Kontaktaufnahme freuen, um ein gemeinsames Vorgehen mit Ihnen zu erarbeiten.

 

Überweisung:

Richten Sie Ihre Spende bargeldlos und europaweit einheitlich an das

Philip Julius e.V.-Spendenkonto

Frankfurter Volksbank | IBAN: DE64501900006300864935 | BIC: FFVBDEFFXXX

Ihre Spende kann steuerlich geltend gemacht werden. Ab einem Betrag von 200,00 Euro erstellen wir Ihnen unaufgefordert eine Spendenbescheinigung zur Vorlage bei Ihrem Finanzamt. Bitte geben Sie hierzu im Betreff Ihre Anschrift an. Bei kleineren Spenden genügt Ihr Überweisungsbeleg als Nachweis.

PayPal:

Online, bequem und sicher spenden

Pressemitteilung: JungePflegeMonitor gestartet

Oberursel, 22.06.2017: Der Philip-Julius e.V. startet am 22. Juni seinen JungePflegeMonitor. Die Suchmaschine wird Familien mit schwerstbehinderten Kindern und Jugendlichen Überblick über bundesweit mehr als 170 Pflegeinrichtungen und ihre Spezialisierungen bieten. Schrittweise sollen es alle rund 300 Einrichtungen werden, die für sehr schwer behinderte Menschen in Frage kommen. Mit wenigen Klicks lassen sich gezielt Einrichtungen nach Ort / Umkreis / Bundesland, Spezialisierung und Therapieformen suchen.

Ob Kurzzeitpflege in den Sommerferien oder eine Dauereinrichtung für einen 18jährigen schwerst-behinderten Jugendlichen – der JungePflegeMonitor gibt einen Überblick über alle relevanten Einrichtungen in Deutschland.

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Wer war Philip Julius?

Als Philip Julius im Juni 1994 zur Welt kam, schien er ein gesunder Junge zu sein. Alle Werte waren perfekt, er verhielt sich wie ein normales Baby, schrie und trank. Doch an seinen Gehirnströmen lies sich erkennen, dass er an einem Krampfleiden erkrankt war. Das EEG zeigte ein „Burst-Supression-Muster“: starken Ausschlägen folgen ganz flache Phasen. Philip Julius litt an einem nicht heilbaren Krampfleiden nach Ohtahara. Warum und wie es entstanden war, blieb unklar.

Irgendwann beschlossen wir, seine Eltern, unsere Energie nicht mehr darauf zu verwenden, nach medizinischen Antworten oder gar Heilung zu suchen. Stattdessen konzentrierten wir uns darauf, Philips Lebensqualität zu verbessern. Die ersten Jahre lebten wir mit ihm – und nachdem 1995 seine Schwester zur Welt gekommen war – mit beiden Kindern in Moskau.

Diese Zeit war wohl die beste in Philips Leben: Fast täglich kam eine Krankengymnastin ins Haus, um mit ihm eineinhalb Stunden intensiv zu arbeiten. Es war immer jemand für ihn da, wenn nicht wir, dann seine russische Patentante oder ein Kindermädchen.

Nach sechs Jahren in Moskau zogen wir 1999 zurück nach Deutschland. Wir entschieden uns für Oberursel im Taunus. Fortan war Philips Versorgung weitaus schwieriger. Das größte Problem war, eine Einrichtung zu finden, in der Philip tagsüber betreut werden konnte. Wir versuchten es zunächst mit einem integrativen Kindergarten in Oberursel. Doch mit der Versorgung eines schwerstbehinderten Kindes waren die Erzieherinnen und Erzieher dieser neuen Einrichtung überfordert.

In den acht Monaten, in denen Philip in diesem Kindergarten angemeldet war, konnte er ganze ganze 30 Tage dort verbringen. Er wurde oft krank. Wir mussten parallel für eine Betreuung zu Hause sorgen, die nur zum Teil von der Pflegekasse bezahlt wurde, obwohl Philip inzwischen als Härtefall eingestuft war. Nach acht Monaten meldeten wir ihn im Kindergarten wieder ab und suchten erneut. Schließlich fanden wir eine Einrichtung, die perfekt auf die Bedürfnisse unseres Kindes zugeschnitten war: die Johann-Peter-Schäfer-Blindenschule in Friedberg.

Wegen der relativ langen Anfahrt konnte Philip unter der Woche dort im Internat bleiben. An den Wochenenden und in den Ferien war er bei uns zu Hause. Der Betreuungsschlüssel in der Blindenschule sieht zwei bis drei Erzieher und Pfleger für sechs sehr schwer behinderte Kinder vor. Außerdem hatte Philip, inzwischen sieben Jahre alt, dort eine Bezugsperson, die federführend verantwortlich für ihn war und ihn bald sehr gut kannte. Auf diese Weise war sicher gestellt, dass alle ihm gerecht werden konnten.

Das Zusammenspiel zwischen Elternhaus und Blindenschule empfanden wir als optimal. Auch wenn Philips Leben schwer war, konnte er doch viele sehr schöne Momente erleben und genießen. Mit einem kleinen Lächeln bei weit geöffneten Augen konnte Philip Julius uns und seinen Betreuern zeigen, wenn er glücklich war.

Doch die Zeit in der Schule ging zu Ende. Mit 18 Jahren würde Philip das Internat verlassen müssen. Wie viele andere Väter und Mütter machten auch wir uns große Sorgen: Was würde nach der Schule kommen? Welche Einrichtung könnte Philip gerecht werden? Wo würden sich Betreuer seiner genauso annehmen und dafür sorgen, dass er sein Leben genießen kann? Oder würden wir unseren fast erwachsenen Sohn bald wieder rund um die Uhr zu Hause pflegen müssen?

Mehrere Besuche von Einrichtungen in Hessen – einmal gemeinsam mit Philip Julius – endeten in tiefer Frustration und in einer bitteren Erkenntnis: Während der Betreuungsaufwand für Philip immer weiter stieg, verringert sich das Betreuungsangebot für Menschen wie ihn nach der Schule radikal in Quantität und Qualität.

Es kam nicht mehr so weit. Nach einer erstaunlich langen Zeit ohne Krankenhausaufenthalte – Philip Julius war über drei Jahre nicht mehr in einer Klinik gewesen – kollabierte im Sommer 2011 sein linker Lungenflügel.

Philip Julius starb im Alter von 17 Jahren.

In den Tagen nach seinem Tod schrieb sein Vater einen Abschiedsbrief. Mit diesem Brief erinnern wir an einen ganz besonderen Menschen und daran, dass er trotz seiner eingeschränkten Möglichkeiten anderen Menschen viel Liebe und schöne Stunden zu schenken vermochte.

Den Abschiedsbrief an Philip Julius können Sie als PDF herunterladen.

Wohnen

© Haus St. Martin Ingelheim

© Haus St. Martin Ingelheim

Für Familien, die Pflege und Betreuung nicht leisten können, ist es eine Herausforderung, ein neues Zuhause für volljährige, schwerstbehinderte Kinder mit hohem Unterstützungsbedarf zu finden. Mehrfach schwerstbehinderte Menschen, mit Pflegegrad vier oder fünf (schwerst pflegebedürftig oder mit außergewöhnlich hohem Pflegeaufwand) haben sehr unterschiedliche und spezielle Bedürfnisse. Sie alle brauchen aber rund um die Uhr Menschen, die sie unterstützen.

In der Behindertenhilfe gibt es Reformprozesse: Es geht darum, behinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben und Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Große, komplexe Heime mit über 1000 Betten, ab vom Schuss werden nicht mehr gebaut. Träger von Einrichtungen streben kleinere, ortsnahe Wohneinheiten an. Sozialhilfeträger bundesweit arbeiten an Modellen, die dezentrale, ambulante und individuelle Hilfe ermöglichen sollen, flexibel und unbürokratisch finanziert. Bisher gibt es diese Veränderungen aber nur als Ergänzung zum bestehenden Hilfesystem.

Pflege, Förderung und Fürsorge in den eigenen vier Wänden ist auch für schwerstbehinderte Menschen mit hohem und komplexem Unterstützungsbedarf möglich. Doch wer komplexe Behinderungen und umfangreichen Unterstützungsbedarf hat, hat meist Anspruch auf mehrere unterschiedliche Leistungen (aus Sozial- und Behindertenhilfe, dem Pflege- oder Gesundheitsbereich). Seine Angehörigen müssen sich deshalb mit den verschiedensten Leistungs- und Kostenträgern auseinandersetzen. Individuelle Lösungen, wie das Leben in einer eigenen Wohnung oder Wohngemeinschaft, sind deshalb schwer zu organisieren.

Individuelles, ambulantes Wohnen selten, doch in Heimen gibt es Wartelisten

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© Haus St. Martin Ingelheim

Experten zufolge erwägen Leistungs- und Kostenträgern für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf nur selten individuelle, ambulante Arrangements. Je höher der Hilfsbedarf ist, um so selbstverständlicher werde in der Behindertenhilfe von teilstationärer Tages- oder Nachtpflege oder vollstationärer Unterbringung ausgegangen, also einem Leben im Heim. Infrage kommen entweder Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Pflege- und Fachpflegeeinrichtungen.

Wollen Eltern ihr Kinder mit hohem Hilfs- und Unterstützungsbedarf im Heim anmelden, werden sie dennoch auf Wartelisten verwiesen. Manche Kinder ziehen wieder bei den Eltern ein, wenn sie als Volljährige eine Kinder- und Jugendeinrichtung oder Schule verlassen müssen. Manchmal landen junge, behinderte Menschen im Altenheim. Im Fachjargon spricht man von Fehlbelegung. Die Datenlage hierzu und darüber, wo mehrfach schwerstbehinderte Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf tatsächlich leben, ist dünn.

Auch Informationen, umfangreiche und individuelle Beratung finden Angehörige nicht immer leicht. Wer Anspruch auf Pflegeleistungen hat (oder dessen Angehörige) kann beispielsweise in Pflegestützpunkten Auskunft erhalten, welche Wohnform vor Ort möglich oder welche Einrichtung geeignet ist. Nicht immer fühlen sich diese aber auch für junge, behinderte Menschen zuständig. In Hessen sollten sich Eltern zuerst an die zuständigen Regionalstelle des Landeswohlfahrtsverband, Nord (Kassel), Süd (Darmstadt) oder West (Wiesbaden) wenden.

Urlaub

Familienurlaub mit schwerstbehinderten Kindern muss gut geplant werden. Wir haben hier Informationen zusammengestellt, die Ihnen diese Planung erleichtern sollen.

Ferienunterkünfte für Familien mit schwerstbehinderten Kindern

Es gibt nur wenige Ferienquartiere, in denen die Bedürfnisse schwerstbehinderter Menschen berücksichtigt werden. Das sind zum einen Angebote, die bei der Organisation von Hilfsmitteln und Pflege helfen, zum anderen Ferienwohnungen ambulanter Kinderhospizdienste, die das zum Teil ebenfalls tun und für lebensverkürzt erkrankte Kinder und ihre Familien eingerichtet wurden. Der 2013 gegründete Neue Kupferhof im Norden von Hamburg ist bisher die einzige Einrichtung in Deutschland, in der Eltern rund um die Uhr bei Pflege und Betreuung entlastet werden, wenn sie gemeinsam mit ihrem Kind dort Urlaub machen.

Auch einige Reisevermittler sind bereit – und scheinen darin erfahren – geeignete Unterkünfte für mehrfach schwerstbehinderte Menschen zu finden, nötige Unterstützung zu organisieren und Reisen zu ermöglichen.

Doch nicht nur ein Quartier zu finden, stellt Eltern vor besondere Herausforderungen sondern auch die Anreise und nicht zuletzt die Finanzierung von Pflege im Urlaub. Wir liefern Informationen zu Flug– und Bahnreisen und zur Frage der Finanzierung durch die Pflegekassen.

Eltern wünschen sich Familienurlaub mit schwerstbehinderten Kindern

Viele Eltern schwerstbehinderter Kinder wünschen sich einen gemeinsamen Familienurlaub. Er scheitert aber oft am logistischen und organisatorischen Aufwand. Das ergab eine Umfrage, die wir 2012 unter Eltern von Blindenschulen in Würzburg und München gemacht haben, unter deren Schülern auch mehrfach schwerstbehinderte Kinder sind. Das Ergebnis bestätigte uns in dem Wunsch, ein Ferienressort zu gründen, das auf die speziellen Bedürfnisse dieser Familien eingeht, die Casa Philip Julius.

Wir freuen uns über Ihre Hinweise und Erfahrungsberichte, die helfen können, oben genannte Informationen zu vervollständigen. Schreiben Sie uns.