Anlaufstellen für Beratung

Wer Pflegeleistungen erhält oder beantragt, hat seit 2009 Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfe. Fast alle Bundesländern haben deshalb Pflegestützpunkte eingerichtet. Sie sollen Lücken in der Versorgung schließen und durch bereits bestehende Hilfsangebote lotsen: Denn während es an manchen Orten wenige Informations- und Versorgungsangebote für pflegebedürftige Personen gibt, ist das Angebot in Ballungsräumen oft vielfältig – aber kaum zu überschauen. Gemeinsame Träger der Pflegestützpunkte sind alle regional zuständigen Kranken- und Pflegekassen sowie die örtlichen Träger der Sozial- und Altenhilfe.

Auftrag der Pflegestützpunkte ist, Pflegebedürftige oder deren Angehörige umfassend und unabhängig zu informieren, zu beraten und zu betreuen – auch darüber, welche Pflegeeinrichtung oder Wohnform geeignet ist oder wie Heimunterbringung vermieden werden kann.

Informationen zu hessischen Pflegestützpunkten sind im Netz schlecht zu finden
23 Pflegestützpunkte gibt es bisher in Hessen. Adressen und Telefonnummern listet die AOK, weitere Infos hat der Hessische Städtetag. Obwohl als zentrale Anlaufstellen gedacht, gibt es im Netz nicht einmal eine Übersicht über Auftrag, Standorte, Kontaktdaten, Ansprechpartner und Öffnungszeiten hessischer Pflegestützpunkte.

Solche hilfreichen Infoportale haben Mecklenburg Vorpommern, Brandenburg, Baden-Württemberg, das Saarland, Bremen, Berlin und Hamburg.

Ob und wie viele Pflegestützpunkte eingerichtet werden ist Ländersache. In Hamburg gibt es für 1,8 Mio Einwohner neun Pflegestützpunkte, einer davon für Kinder- und Jugendliche. In Frankfurt (70 0000 Einwohner) einen. Nach Auskunft der Stadt ist er nur für Senioren zuständig.

Dabei weist eine Evaluation von Pilot-Pflegestützpunkten im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums 2010 darauf hin, dass es an guter Beratung und Begleitung von schwer- und schwerstpflegebedürftigen Menschen mangelt und Pflegestützpunkte diese Lücke schließen könnten.

Stiftung Warentest hat die Beratungsqualität dieser Pilot-Pflegestützpunkte im selben Jahr bewertet und kam zum Schluss, dass nur jeder dritte seinen Job damals gut machte.